Die Wechseljahre sind eine Zeit tiefgreifender hormoneller Veränderungen. Viele Frauen erleben Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Gewichtszunahme oder Stimmungsschwankungen. Regelmäßige Untersuchungen helfen, die eigene Gesundheit im Blick zu behalten, Risiken frühzeitig zu erkennen und gezielt vorzubeugen. Hier findest Du die 10 wichtigsten Untersuchungen in den Wechseljahren – detailliert erklärt.
1. Hormonstatus – Den Hormonhaushalt im Blick behalten
Die hormonellen Veränderungen in den Wechseljahren betreffen fast alle Bereiche des Körpers. Ein Hormonstatus kann helfen, Beschwerden besser zu verstehen und gezielt zu behandeln.
Warum das wichtig ist:
- Östrogen- und Progesteronspiegel sinken → beeinflussen Stoffwechsel, Knochen, Psyche und Herz
- Testosteron kann schwanken → wirkt auf Muskelmasse, Energie und Libido
- FSH- und LH-Werte steigen → geben Aufschluss über den Beginn der Menopause
Welche Werte werden geprüft:
- Östrogen (Estradiol): Reguliert Zyklus, Knochen und Haut
- Progesteron: Wichtig für Schlaf und Stimmung
- FSH & LH: Hohe Werte zeigen das Nachlassen der Eierstockfunktion
- Testosteron & DHEA-S: Wirken auf Muskelkraft und Energie
💡 Tipp: Ein umfassender Hormoncheck hilft, Ernährung, Bewegung, Supplemente oder ggf. bioidentische Hormone gezielt anzupassen.
2. Schilddrüsenuntersuchung – Stoffwechselgesundheit prüfen
Die Schilddrüse beeinflusst Stoffwechsel, Energie, Stimmung und Gewicht. In den Wechseljahren treten Schilddrüsenprobleme häufiger auf, da hormonelle Veränderungen die Funktion beeinflussen.
Warum das wichtig ist:
- Unterfunktion kann zu Gewichtszunahme, Müdigkeit, Depression führen
- Überfunktion verursacht oft Herzrasen, Schlafstörungen, Nervosität
Wichtige Tests:
- TSH: Basiswert der Schilddrüsenfunktion
- fT3 & fT4: Zeigen, wie aktiv die Schilddrüse arbeitet
- Antikörper (TPO-AK, TG-AK): Wichtig bei Verdacht auf Hashimoto
💡 Tipp: Eine gesunde Schilddrüse ist entscheidend, wenn du Abnehmen in den Wechseljahren möchtest.
3. Blutzucker- und Insulinwerte – Diabetesrisiko erkennen
Sinkendes Östrogen beeinflusst die Insulinempfindlichkeit, weshalb das Risiko für Typ-2-Diabetes in den Wechseljahren steigt.
Warum das wichtig ist:
- Schwankender Blutzucker kann Heißhunger, Müdigkeit und Gewichtszunahme verstärken
- Ein stabiler Blutzuckerspiegel unterstützt Energie, Hormone und Stoffwechsel
Empfohlene Werte:
- Nüchternblutzucker: Optimal < 100 mg/dl
- HbA1c: Zeigt den durchschnittlichen Blutzucker der letzten 8–12 Wochen
- Insulinspiegel: Erkennt frühzeitig Insulinresistenz
💡 Tipp: Eine blutzuckerfreundliche Ernährung mit viel Eiweiß, Ballaststoffen, gesunden Fetten und wenig Zucker kann vorbeugend wirken.
4. Lipidprofil – Cholesterin und Herzgesundheit überwachen
Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt in den Wechseljahren, da Östrogen das Herz und die Gefäße schützt. Ein Lipidprofil sollte daher regelmäßig überprüft werden.
Warum das wichtig ist:
- Höhere Cholesterinwerte erhöhen das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall
- Ein optimales Verhältnis von LDL und HDL schützt die Gefäße
Gemessene Werte:
- Gesamtcholesterin: Optimal < 200 mg/dl
- LDL („schlechtes“ Cholesterin): Zu viel lagert sich in Gefäßwänden ab
- HDL („gutes“ Cholesterin): Transportiert überschüssiges Fett zurück zur Leber
- Triglyzeride: Hohe Werte deuten auf ein erhöhtes Risiko für Fettleber und Insulinresistenz hin
💡 Tipp: Omega-3-Fettsäuren, Ballaststoffe, viel Gemüse und Bewegung helfen, Cholesterinwerte zu verbessern.
5. Knochendichtemessung – Osteoporose vorbeugen
Der Östrogenrückgang beschleunigt den Knochenschwund und erhöht das Risiko für Osteoporose. Eine DEXA-Knochendichtemessung kann frühzeitig Klarheit bringen.
Warum das wichtig ist:
- Osteoporose bleibt oft lange symptomlos
- Frühzeitiges Erkennen ermöglicht gezielte Vorbeugung
Empfehlung:
- Erste Messung um das 50. Lebensjahr
- Bei familiärer Vorbelastung oder Risikofaktoren (Rauchen, Untergewicht, Vitamin-D-Mangel) früher
💡 Tipp: Für starke Knochen sind Vitamin D, Kalzium, Magnesium und Krafttraining unverzichtbar.
6. Blutdruckkontrolle – Herz-Kreislauf-Risiken erkennen
Ein erhöhter Blutdruck tritt in den Wechseljahren häufiger auf und bleibt oft lange unbemerkt.
Warum das wichtig ist:
- Bluthochdruck steigert das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Gefäßschäden
- Östrogenrückgang und Gewichtszunahme verstärken das Risiko
Richtwerte:
- Optimal: 120/80 mmHg
- Leicht erhöht: 130–139/85–89 mmHg
- Ab 140/90 mmHg sollte ärztlich abgeklärt werden
💡 Tipp: Eine salzarme Ernährung, Bewegung, Omega-3 und Stressreduktion sind entscheidend für gesunde Blutdruckwerte.
7. Brustkrebs- und Vorsorgeuntersuchungen
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Brustkrebs, daher sind regelmäßige Checks essenziell.
Wichtige Untersuchungen:
- Mammografie: Ab 50 alle 2 Jahre empfohlen
- Ultraschall: Sinnvoll bei dichtem Brustgewebe
- Selbstuntersuchung: Einmal im Monat vor dem Spiegel und Abtasten im Liegen
💡 Tipp: Ein frühes Erkennen verbessert die Heilungschancen erheblich.
8. Gynäkologische Vorsorge – Gebärmutter & Eierstöcke im Blick
Auch wenn die Menstruation endet, bleibt die gynäkologische Vorsorge wichtig.
Empfohlene Checks:
- PAP-Test: Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs
- Ultraschall: Beurteilung von Gebärmutter, Eierstöcken und Schleimhaut
- Kontrolle von Zysten, Myomen oder Endometriumsveränderungen
💡 Tipp: Mindestens einmal jährlich zur gynäkologischen Vorsorge gehen.
9. Leber- und Nierenwerte überprüfen
Der Stoffwechsel verändert sich, und manche Frauen nehmen mehr Medikamente oder Nahrungsergänzungen ein. Regelmäßige Kontrolle schützt Leber und Nieren.
Wichtige Werte:
- Leber: GOT, GPT, Gamma-GT
- Nieren: Kreatinin, Harnstoff, GFR
💡 Tipp: Viel Wasser trinken, Alkohol reduzieren und Leber-freundliche Ernährung unterstützen die Organfunktion.
10. Mikronährstoff-Check – Vitalstoffmängel erkennen
In den Wechseljahren steigt der Bedarf an Vitamin D, Magnesium, Omega-3, B-Vitaminen, Kalzium und Myo-Inositol.
Warum das wichtig ist:
- Vitalstoffmängel können Müdigkeit, Stimmungstiefs, Gewichtszunahme und Hautprobleme verstärken
- Eine gezielte Ergänzung unterstützt Hormonbalance und Stoffwechsel
💡 Tipp: Ein Bluttest zeigt, welche Nährstoffe fehlen, sodass du gezielt über Ernährung oder Supplemente ausgleichen kannst.
Damit keine wichtige Frage untergeht:
Hol Dir die PDF-Checkliste fürs Arztgespräch:
➣ Praktische Fragen zu Hormonen, Vorsorge & Alternativen
Zusammenfassung: Die wichtigsten Checks auf einen Blick
| Untersuchung | Zweck | Empfohlenes Intervall |
|---|---|---|
| Hormonstatus | Hormonbalance prüfen | Bei Symptomen |
| Schilddrüse | Stoffwechsel kontrollieren | Alle 1–2 Jahre |
| Blutzucker / Insulin | Diabetesrisiko erkennen | Jährlich |
| Lipidprofil | Herz-Kreislauf-Risiko prüfen | Alle 2 Jahre |
| Knochendichte | Osteoporose vorbeugen | Ab 50, bei Risiko früher |
| Blutdruck | Herzgesundheit schützen | Mind. 1× jährlich |
| Mammografie / Ultraschall | Brustkrebsfrüherkennung | Ab 50, alle 2 Jahre |
| Gynäkologische Vorsorge | Krebsvorsorge | 1× jährlich |
| Leber- und Nierenwerte | Stoffwechselkontrolle | Alle 2 Jahre |
| Mikronährstoff-Check | Defizite erkennen | Alle 1–2 Jahre |
Fazit: Vorsorge ist der Schlüssel zu mehr Wohlbefinden
Die Wechseljahre sind eine Zeit großer hormoneller Veränderungen, die viele Bereiche der Gesundheit beeinflussen können – von Knochen und Herz-Kreislauf-System bis hin zu Stoffwechsel, Psyche und Haut.
Regelmäßige Untersuchungen sind daher besonders wichtig, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen, Risiken vorzubeugen und gezielt gegenzusteuern.
Mit einem bewussten Blick auf Hormonstatus, Blutzucker, Schilddrüse, Knochendichte, Herzgesundheit und Mikronährstoffe kannst Du Deine Gesundheit aktiv unterstützen.
Eine individuelle Beratung durch Ärztinnen und Ärzte, kombiniert mit einem gesunden Lebensstil, ist der beste Weg, um diese Lebensphase stark, ausgeglichen und vital zu meistern.
💡 Tipp: Drucke Dir eine persönliche Checkliste mit den wichtigsten Untersuchungen und Intervallen aus, damit Du keine Termine verpasst und deine Gesundheit jederzeit im Blick behältst.
❓ FAQ – Häufige Fragen zu Untersuchungen in den Wechseljahren
1. Welche Untersuchungen sind in den Wechseljahren besonders wichtig?
Vor allem Hormonstatus, Knochendichte, Blutzucker, Herz-Kreislauf-Checks und Brustkrebsvorsorge.
2. Sollte ich meinen Hormonspiegel regelmäßig prüfen lassen?
Ja, vor allem bei Symptomen wie Hitzewallungen, Gewichtszunahme oder Stimmungsschwankungen.
3. Wann ist eine Knochendichtemessung sinnvoll?
Ab etwa 50 Jahren oder früher bei familiärer Vorbelastung oder Osteoporose-Risiko.
4. Wie erkenne ich Mikronährstoffmängel?
Durch einen gezielten Bluttest, besonders bei Vitamin D, Magnesium, Eisen und Omega-3.
5. Wie oft sollte ich zur gynäkologischen Vorsorge?
Mindestens einmal jährlich, auch wenn keine Menstruation mehr auftritt.
