Warum Mikronährstoffe in den Wechseljahren so wichtig sind
Die Wechseljahre sind eine natürliche Lebensphase, in der sich der Körper hormonell stark verändert. Sinkende Östrogen- und Progesteronspiegel wirken sich nicht nur auf den Stoffwechsel, sondern auch auf Knochendichte, Haut, Energielevel und Psyche aus.
Gerade jetzt ist eine optimale Versorgung mit Mikronährstoffen essenziell, um Beschwerden zu lindern, die Hormonbalance zu unterstützen und das allgemeine Wohlbefinden zu fördern. In diesem Beitrag erfährst du, welche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente in den Wechseljahren besonders wichtig sind – und wie du deinen Bedarf decken kannst.
Wie hormonelle Veränderungen den Nährstoffbedarf beeinflussen
Die sinkenden Spiegel von Östrogen und Progesteron haben vielfältige Effekte auf den Körper:
- Der Knochenstoffwechsel verlangsamt sich → erhöhtes Risiko für Osteoporose
- Der Fettstoffwechsel verändert sich → Gewichtszunahme und Bauchfett sind wahrscheinlicher
- Schlafstörungen und Energieprobleme nehmen zu
- Das Risiko für Entzündungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt
Umso wichtiger ist es, gezielt die Mikronährstoffe zuzuführen, die Hormonhaushalt, Stoffwechsel, Nerven und Immunsystem unterstützen.
Die 9 wichtigsten Mikronährstoffe in den Wechseljahren
Hier sind die essenziellen Vitalstoffe, die Frauen in den Wechseljahren helfen können, ihre Gesundheit, Energie und Hormonbalance zu unterstützen.
1. Vitamin D – Für Knochen, Hormone & Immunsystem
Wirkung: Vitamin D ist in den Wechseljahren besonders wichtig, weil der Östrogenabfall das Risiko für Knochenschwund (Osteoporose) erhöht. Vitamin D unterstützt die Kalziumaufnahme und trägt so zur Stabilisierung der Knochendichte bei. Außerdem spielt es eine wichtige Rolle bei der Hormonregulation und dem Immunsystem. Ein ausreichender Spiegel kann zudem Müdigkeit reduzieren, die Stimmung stabilisieren und sogar Hitzewallungen abmildern.
Quellen: Sonnenlicht, fettreicher Fisch, Eier, Pilze
Tipp: Da der Bedarf oft nicht über die Ernährung gedeckt werden kann, ist eine Supplementierung häufig sinnvoll.
2. Kalzium – Für starke Knochen & stabile Muskeln
Wirkung: Durch den Rückgang des Östrogens nimmt die Knochendichte in den Wechseljahren oft schneller ab. Kalzium ist deshalb entscheidend, um Osteoporose vorzubeugen und die Stabilität von Knochen und Zähnen zu erhalten. Außerdem ist Kalzium für die Muskelfunktion, die Blutgerinnung und die Herzgesundheit unerlässlich.
Quellen: Milchprodukte, Brokkoli, Mandeln, Sesam, Mineralwasser
Tipp: In Kombination mit Vitamin D besonders effektiv.
3. Magnesium – Für Entspannung, Nerven, Muskeln & Schlaf
Wirkung: Magnesium ist der „Entspannungsmineralstoff“ und wirkt auf über 300 Stoffwechselprozesse im Körper. In den Wechseljahren kann Magnesium helfen, Schlafstörungen, innere Unruhe, Muskelschmerzen und Stimmungsschwankungen zu lindern. Es unterstützt zudem das Herz-Kreislauf-System und beugt Krämpfen vor.
Quellen: Nüsse, Kerne, Vollkornprodukte, Bananen, Spinat
Tipp: Besonders abends eingenommen wirkt Magnesium schlaffördernd.
4. Vitamin B-Komplex – Für Energie, Nerven & Psyche
Wirkung: Die B-Vitamine (B1, B2, B6, B12, Folsäure u. a.) sind essenziell für den Energiestoffwechsel, die Nervenfunktion und die kognitive Leistungsfähigkeit. In den Wechseljahren können sie helfen, Müdigkeit, Brain Fog, Reizbarkeit und Antriebslosigkeit zu reduzieren. Besonders Vitamin B6 ist außerdem wichtig für die Serotoninproduktion, den „Glückshormon“-Haushalt, und kann so die Stimmung stabilisieren.
Quellen: Vollkorn, Hülsenfrüchte, Haferflocken, Fleisch, Eier
Tipp: Besonders wichtig bei Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Brain Fog.
5. Omega-3-Fettsäuren – Für Herz, Gehirn & Entzündungshemmung
Wirkung: Omega-3-Fettsäuren sind wahre Alleskönner. Sie wirken entzündungshemmend, fördern die Herzgesundheit und unterstützen die Gehirnfunktion. Studien zeigen, dass eine ausreichende Omega-3-Versorgung in den Wechseljahren das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken und sogar Stimmungsschwankungen positiv beeinflussen kann. Zudem helfen sie, Trockenheit der Haut zu reduzieren und die Elastizität des Gewebes zu verbessern.
Quellen: Lachs, Makrele, Leinsamen, Chiasamen, Walnüsse
Tipp: Ein ausgewogenes Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6 ist entscheidend.
6. Zink – Für Haut, Haare, Immunsystem & Hormonbalance
Wirkung: Zink spielt eine zentrale Rolle bei der Hormonproduktion und kann so die Hormonbalance in den Wechseljahren unterstützen. Es stärkt das Immunsystem, beschleunigt die Zellregeneration und ist essenziell für gesunde Haut, starke Nägel und kräftige Haare. Ein Zinkmangel kann dagegen zu Haarausfall, trockener Haut und geschwächtem Immunsystem führen.
Quellen: Kürbiskerne, Haferflocken, Hülsenfrüchte, Fleisch
Tipp: Besonders bei Haarausfall und trockener Haut wichtig.
7. Selen – Für Schilddrüse & antioxidativen Zellschutz
Wirkung: Selen ist besonders wichtig für die gesunde Funktion der Schilddrüse, die in den Wechseljahren oft aus dem Gleichgewicht gerät. Außerdem wirkt Selen als starkes Antioxidans, das die Zellen vor oxidativem Stress schützt – ein Faktor, der in den Wechseljahren durch hormonelle Schwankungen verstärkt auftritt. Selen unterstützt außerdem das Immunsystem und kann das Risiko für entzündliche Erkrankungen senken.
Quellen: Paranüsse, Fisch, Eier, Vollkornprodukte
Tipp: Bereits 2 Paranüsse täglich können den Tagesbedarf decken.
8. Eisen – Für Energie, Konzentration & Leistungsfähigkeit
Wirkung: Eisen ist notwendig für den Sauerstofftransport im Blut und somit essenziell für Energie, Leistungsfähigkeit und Konzentration. Besonders in der Perimenopause, wenn noch Menstruationsblutungen auftreten, kann ein Eisenmangel entstehen. Typische Anzeichen sind Müdigkeit, blasse Haut, Haarausfall und Antriebslosigkeit.
Quellen: Rotes Fleisch, Linsen, Hirse, Spinat, Kürbiskerne
Tipp: Eisen immer zusammen mit Vitamin C einnehmen, um die Aufnahme zu verbessern.
9. Myo-Inositol – Für Hormonbalance & Stoffwechsel
Wirkung: Myo-Inositol ist ein natürlich vorkommender Mikronährstoff, der in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit gewonnen hat. Studien zeigen, dass es die Insulinsensitivität verbessern und somit Blutzuckerschwankungen reduzieren kann – besonders hilfreich bei Bauchfett und Gewichtszunahme in den Wechseljahren.
Zudem unterstützt Myo-Inositol das Nervensystem, stabilisiert die Stimmung und kann den Hormonhaushalt positiv beeinflussen.
Quellen: Vollkornprodukte, Zitrusfrüchte, Nüsse, Bohnen
Tipp: Besonders sinnvoll in Kombination mit Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren.
Ernährung oder Supplemente – was ist besser?
Grundsätzlich sollten Lebensmittel immer die erste Wahl sein, um Mikronährstoffe aufzunehmen. In den Wechseljahren kann der Bedarf jedoch höher sein, sodass qualitativ hochwertige Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sind, insbesondere bei:
- Vitamin D
- Omega-3-Fettsäuren
- Magnesium
- Myo-Inositol
Am besten lässt du deine Werte regelmäßig durch einen Bluttest überprüfen, um gezielt zu supplementieren.
7 Ernährungstipps für eine optimale Mikronährstoffversorgung
- Bunt essen → Je farbiger der Teller, desto mehr Vitalstoffe
- Mehr Vollkornprodukte → für Ballaststoffe, Magnesium & B-Vitamine
- Eiweißreich essen → schützt Muskeln und stabilisiert Blutzucker
- Gesunde Fette integrieren → z. B. Leinöl, Walnüsse, Avocado
- Frische Kräuter & Gewürze nutzen → liefern Antioxidantien
- Wenig Zucker & Weißmehl → vermeidet Blutzuckerschwankungen
- Täglich Nüsse & Samen essen → reich an Zink, Magnesium & Omega-3

❓ FAQ – Häufige Fragen zu Mikronährstoffen in den Wechseljahren
1. Welche Mikronährstoffe sind in den Wechseljahren am wichtigsten?
Vitamin D, Magnesium, Omega-3, B-Vitamine, Kalzium und Myo-Inositol.
2. Muss ich in den Wechseljahren Nahrungsergänzungsmittel nehmen?
Nicht zwingend, aber oft sinnvoll – besonders bei nachgewiesenem Mangel.
3. Kann ich alle Vitalstoffe über die Ernährung decken?
Grundsätzlich ja, aber Vitamin B12, Vitamin D und Omega-3 sind oft kritisch.
4. Hilft Myo-Inositol bei Wechseljahresbeschwerden?
Ja, es kann die Hormonbalance und Insulinregulation positiv unterstützen.
5. Wie finde ich heraus, ob mir Nährstoffe fehlen?
Über einen Bluttest beim Arzt lassen sich individuelle Defizite erkennen.