Haarausfall bei Frauen ab 45? So stoppst Du ihn natürlich
Die Wechseljahre sind für viele Frauen eine Zeit des körperlichen, emotionalen und hormonellen Wandels. Neben klassischen Symptomen wie Hitzewallungen, Gewichtszunahme und Stimmungsschwankungen berichten viele Frauen auch von einem Problem, das meist unerwartet kommt – Haarausfall.
Wenn plötzlich mehr Haare in der Bürste oder auf dem Kopfkissen liegen oder der Scheitel sichtbar lichter wird, ist das nicht nur ein ästhetisches Problem. Volles Haar steht für Jugend, Vitalität und Selbstbewusstsein – der Verlust kann emotional stark belasten.
Doch: Haarausfall in den Wechseljahren ist kein Schicksal, dem du hilflos ausgeliefert bist.
In diesem Artikel erfährst du die häufigsten Ursachen und bekommst 8 ganzheitliche Lösungen, mit denen du deine Haarwurzeln natürlich stärken und den Haarausfall effektiv bremsen kannst.
Warum verlieren Frauen in den Wechseljahren Haare?
Die Hauptursache liegt in der hormonellen Umstellung:
- Der Östrogenspiegel sinkt deutlich, während das Verhältnis zu Androgenen (z. B. Testosteron) steigt.
- Östrogen wirkt im Normalfall haarwachstumsfördernd – es verlängert die Wachstumsphase des Haares (Anagenphase).
- Durch den Hormonabfall wird diese Phase verkürzt, die Haare fallen früher aus oder wachsen dünner nach.
In einigen Fällen tritt eine androgenetische Alopezie (hormonell-erblicher Haarausfall) auf, die sich meist durch einen lichter werdenden Scheitel äußert.
Weitere mögliche Auslöser oder Verstärker:
- Schilddrüsenunterfunktion (häufig in der Perimenopause)
- Eisen- oder Zinkmangel
- chronischer Stress und Cortisolüberschuss
- Vitamin-D-Mangel
- Diäten oder einseitige Ernährung
- Entzündliche Prozesse auf der Kopfhaut
- Medikamente (z. B. Antidepressiva, Blutdruckmittel)
8 ganzheitliche Lösungen gegen Haarausfall in den Wechseljahren
1. Hormonelle Balance natürlich unterstützen
Ein stabiles hormonelles Gleichgewicht kann helfen, das Haarwachstum zu fördern.
Neben bioidentischer Hormontherapie (nach ärztlicher Abklärung) gibt es auch pflanzliche Alternativen wie:
- Cordyceps, Frauenmantel & Yams Wurzel: reguliert Progesteron
- Rotklee & Soja-Isoflavone: enthalten Phytoöstrogene
- Ashwagandha: wirkt adaptogen & hormonregulierend
Diese können helfen, das hormonelle Ungleichgewicht sanft auszugleichen – ohne klassische Hormonersatztherapie.
2. Gezielte Versorgung mit Mikronährstoffen
Gesundes Haar braucht starke Wurzeln – und diese wiederum brauchen Nährstoffe:
- Eisen: Mangel ist eine der häufigsten Ursachen für diffusen Haarausfall
- Zink: beteiligt an der Zellteilung & Talgproduktion
- Biotin: für Haarstruktur & Keratinbildung
- Vitamin D: reguliert Haarfollikel und Immunprozesse
- Selen: schützt die Haarwurzeln vor oxidativem Stress
- B-Vitamine (v. a. B12, B6): für Stoffwechsel & Durchblutung
- Omega-3-Fettsäuren: entzündungshemmend & regenerierend
Tipp: Lass deine Werte im Blut kontrollieren, um gezielt aufzufüllen.
3. Haargesunde Ernährung etablieren
Eine ausgewogene, entzündungshemmende Ernährung ist essenziell – vor allem in hormonellen Umbruchphasen.
Empfohlene Lebensmittel:
- Grünes Blattgemüse (z. B. Spinat, Rucola)
- Linsen, Hirse, Kürbiskerne
- Eier, Nüsse, Avocados
- Lachs, Makrele, Chiasamen
- Beeren, Brokkoli, Haferflocken
Viel trinken (mind. 2 l täglich) ist wichtig für die Durchblutung der Kopfhaut und Nährstoffversorgung der Follikel.
4. Stresslevel gezielt senken
Chronischer Stress führt zur Ausschüttung von Cortisol – das kann den Haarzyklus stören und vermehrten Haarausfall auslösen.
Effektive Maßnahmen:
- Achtsamkeitsübungen
- Meditation
- Bewegung in der Natur
- Atemtechniken
- Journaling / Entspannungstagebuch
- Digital Detox
Tipp: Auch Schlafmangel ist Stress für den Körper – achte auf 7–8 Stunden erholsamen Schlaf pro Nacht.
5. Sanfte Pflege statt Belastung
Viele konventionelle Pflegeprodukte enthalten Sulfate, Silikone oder Alkohol – diese können die Kopfhaut reizen und den Haarausfall verstärken.
Empfohlen:
- Mildes, silikonfreies Shampoo (z. B. mit Koffein, Brennnessel, Biotin)
- Kopfhautmassagen mit Rosmarinöl (stimuliert die Durchblutung)
- Lufttrocknen statt Föhnen
- Weiche Bürsten aus Naturhaar
- Keine strengen Frisuren oder Dauerwellen
6. Pflanzenkraft für gesunde Haarwurzeln
Mehrere Heilpflanzen zeigen in Studien positive Effekte auf Haarwachstum und Kopfhautgesundheit:
- Schachtelhalm: enthält Silizium zur Kräftigung
- Brennnessel: stoffwechselanregend & entgiftend
- Rosmarinöl: durchblutungsfördernd & stimulierend
- Lavendel, Melisse & Passionsblume: beruhigen bei stressbedingtem Haarausfall
- Frauenmantel & Cordyceps: hormonregulierend bei Zyklusunregelmäßigkeiten
7. Myo-Inositol: Unterstützung auf Zellebene
Myo-Inositol ist ein körpereigener Stoff, der bei hormoneller Dysbalance helfen kann – besonders bei Insulinresistenz oder erhöhtem Testosteron.
Es verbessert:
- die Hormonverwertung
- die Zellkommunikation
- den Blutzuckerstoffwechsel
- und kann damit indirekt Haarausfall regulieren
- Gut verträglich, auch kombinierbar mit Folsäure und Vitamin D.
8. Professionelle Ursachenklärung
Dauerhafter Haarausfall sollte immer medizinisch abgeklärt werden, um z. B. auszuschließen:
- Schilddrüsenfunktionsstörungen
- Autoimmunerkrankungen (z. B. Alopecia areata)
- Medikamentennebenwirkungen
- chronische Mängel (Eisen, Zink, Vitamin D)
Eine Kombination aus Blutbild, Hormontest und ggf. Trichogramm (Haardiagnostik) gibt Aufschluss.
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Fazit: Haarausfall ist behandelbar – auf natürliche Weise
Haarausfall in den Wechseljahren ist für viele Frauen ein unsichtbares, aber belastendes Thema.
Die gute Nachricht: Es gibt viele natürliche Wege, deine Haare von innen und außen zu unterstützen – ohne drastische Eingriffe.
Mit einer kombinierten Strategie aus Hormonbalance, Ernährung, Mikronährstoffen, Haarpflege & Stressreduktion kannst du den Haarausfall deutlich lindern und neue Vitalität gewinnen.
FAQ – Haarausfall & Wechseljahre
1. Wie lange dauert hormonell bedingter Haarausfall in den Wechseljahren?
Das ist individuell unterschiedlich. In vielen Fällen tritt der Haarausfall in der Perimenopause auf und kann sich über mehrere Monate ziehen. Mit der richtigen Unterstützung kann sich der Zustand aber auch stabilisieren oder verbessern.
2. Hilft eine Hormontherapie sicher gegen Haarausfall?
Eine bioidentische Hormontherapie kann helfen – insbesondere wenn ein massiver Hormonabfall (z. B. Östrogen) nachgewiesen wurde. Die Therapie sollte immer ärztlich überwacht und individuell angepasst werden.
3. Was ist besser bei Haarausfall: Biotin oder Zink?
Beides ist wichtig! Biotin wirkt auf die Haarstruktur, Zink auf die Zellteilung und Talgproduktion. Ein Mangel in einem der beiden Bereiche kann Haarausfall fördern – ideal ist daher eine ausgewogene Kombination.
4. Gibt es bestimmte Frisuren, die Haarausfall fördern?
Ja, enge Frisuren wie Pferdeschwänze, Dutts oder Braids können Traktionsalopezie (mechanisch bedingten Haarausfall) auslösen. Auch häufiges Glätten oder Toupieren belastet das Haar.
5. Kann man trotz Haarausfall die Haare färben?
Grundsätzlich ja – allerdings solltest du auf ammoniakfreie, schonende Pflanzenhaarfarben oder Naturkosmetik setzen. Achte auf die Kopfhautverträglichkeit und pflege das Haar im Anschluss intensiv.
Quelle:
netDoktor – Haarausfall in den Wechseljahren